Oberhessische Zeitung: "Mit Stiebig in die Zukunft"


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Mit Stiebig in die Zukunft

GIESSEN - (wi). Günter Stiebig soll das schier Unmögliche doch noch möglich machen. Am Montag wurde der 54-jährige Alsfelder als neuer Trainer des Verbandsligisten VfB 1900 Gießen vorgestellt und will versuchen, den Traditionsverein noch vor dem Abstieg aus der Verbandsliga Mitte zu bewahren.

Bei der Amtseinführung wurde aber auch klar, dass die Strategie zweigleisig angelegt ist, wie Abteilungsleiter Tino Wächter ausführte. "Der Klassenerhalt ist das eine Ziel. Sollte das nicht erreicht werden, was angesichts der aktuellen Situation möglich ist, dann wollen wir mit unserer jungen, entwicklungsfähigen Mannschaft eine Klasse tiefer daran gehen, sofort wieder aufzusteigen." Derzeit fehlen dem VfB 1900 als Tabellenletztem mit neun Zählern mindestens zehn Punkte zu einem Nichtabstiegsplatz.

Die junge Mannschaft mit einem derzeitigen Altersdurchschnitt von knapp über 21 Jahren ist für den neuen Trainer auch die eigentliche Motivation, beim VfB 1900 in einer rein sportlich fast schon hoffnungslosen Situation einzusteigen. Stiebig sieht sich aufgrund seiner Vita als "Ausbildungstrainer" und nannte drei Gründe für die Übernahme der sportlichen Verantwortung. "Hier finde ich ein kompetentes Gremium abseits des Platzes, eine junge und entwicklungsfähige Mannschaft und die gute Jugendarbeit vor", führte Stiebig, der in seiner fünfjährigen Tätigkeit in verschiedenen Funktionen bei Kickers Offenbach insbesondere im Nachwuchsbereich genügend Erfahrung mitbringt, aus. Und fügte hinzu: "Daraus lassen sich Ideen und Visionen entwickeln."

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Deshalb gehe er die Herkulesaufgabe in Gießen auch "sehr entspannt" an, und sieht, wie auch Wächter, seine Tätigkeit langfristig ausgelegt. Seine Hauptaufgabe sieht der A-Lizenzinhaber zunächst darin, für eine noch engere Verzahnung zwischen den Senioren und den A-Junioren zu sorgen, die als Tabellenführer der Verbandsliga den Aufstieg in die U19-Hessenliga anstreben.

Stiebig künftig zur Seite steht Jan Krätschmer als Co-Trainer. Der 36-Jährige, der sich als Spieler auch schon im halbprofessionellen Bereich beim 1. FC Kaiserslautern und beim SC Hauenstein versuchte, arbeitet mit Stiebig schon seit einigen Jahren zusammen als Stützpunkttrainer im Fußballkreis Alsfeld. Eine weitere Verstärkung im Übungsleiterbereich wird darüber hinaus noch gesucht.

Wächter wie auch Stiebig betonten ihren Respekt vor der Arbeit des abgelösten Trainergespanns Said Rahmani und Rüdiger Luft, die "sehr gute Arbeit" (Wächter) geleistet hätten und denen große Anerkennung gebühre, eine so schwierige Aufgabe übernommen zu haben. Gleichwohl, so betonte Wächter, erhoffe man sich von Günter Stiebig aufgrund seiner großen Erfahrung noch mehr Impulse und eine weitere Qualitätssteigerung.

Die soll weitgehend dem gleichen Kader wie vor der Winterpause gelingen. Hochkarätige Verstärkungen sind nichtgeplant, es stoßen mit Fatih Köse und Lukas Marin lediglich zwei weitere junge Spieler zur Mannschaft, der sich am Montagabend Günter Stiebig offiziell vorstellte.

Zum ersten Training bittet das neue Übungsleitergespann am Donnerstag, 19. Januar. In den Vorbereitungsspielen will sich Stiebig ausschließlich mit starken Gegnern messen, fest vereinbart sind schon Begegnungen gegen Hessenligist Sportfreunde Seligenstadt und Kickers Offenbach. Gleich das erste Punktspiel nach der Winterpause hat es dann in sich. Dann nämlich ist der VfB 1900 beim Spitzenreiter SC Waldgirmes zu Gast. Aber auch diese "Aussicht" kann Stiebig kaum beeindrucken, er ist "ganz entspannt" und freut sich auf seine "reizvolle neue Aufgabe."