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In der zweiten Halbzeit wie aus einem Guss

Montag, 05. September 2011 |
(Aus der "Gießener Allgemeinen" 05/09/11)



(fro) Weiter im Aufwind befindet sich der VfB 1900 Gießen, der am Samstag im heimischen Waldstadion einen auch in dieser Höhe verdienten 4:0-Sieg gegen den Verbandsliga-Aufsteiger SV Wiesbaden feiern konnte.

 
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JUBEL: Nebil Celik (Nr. 17), Maximilian Ott (Nr. 5), Erkan Hasan (Nr. 7) und Co. freuen sich mit ihren Teamkollegen über das zwischenzeitliche 2:0 von Markus Gaubatz. (Foto: fro)
 
 
 
Die Mannschaft von VfB-1900-Trainer Matthias Hagner klettert durch den zweiten Sieg in Folge auf Rang sechs im Klassement. Neuzugang Stefan Agirman feierte dabei einen gelungenen Einstand und steuerte in der Nachspielzeit einen Treffer zum Erfolg bei. »Der SV war 40 Minuten auf Augenhöhe. Unsere Elf hat die nötige Geduld gehabt. Meine Jungs waren 90 Minuten körperlich präsent. Mich freut besonders, dass wir zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor geblieben sind«, sagte Matthias Hagner nach der Begegnung.

Trotz hoher Temperaturen entwickelte sich eine flotte Partie, in der sich beide zunächst auf Augenhöhe begegneten. Auf beiden Seiten standen die Abwehrreihen sicher und ließen zunächst nur wenige Chancen zu. Der VfB 1900 machte sich das Leben allerdings selbst schwer und leistete sich eine Reihe von Fehlpässen im Spielaufbau. So blieben Höhepunkte zunächst Mangelware. Gegen Ende der ersten Halbzeit konnte sich die Hagner-Elf ein optisches Übergewicht erarbeiten. Nach einer Flanke von Ürkan Özen traf Robin Schaffarz per Kopfball zunächst nur den Pfosten. Den Abpraller versuchte Schaffarz zu verarbeiten, doch der im Fünfmeterraum aufsetzende Ball sprang über die Latte des SV-Tores (42.). Zwei Minuten später brannte es erneut lichterloh im Gästestrafraum. Maykel Samun hatte das Leder auf Ürkan Özen zurückgelegt. Den Schuss des Spielmachers wehrte Jörg Lubojanski auf der Linie ab. Die vehementen Proteste der VfB-1900-Spieler, dass bei dieser Abwehraktion die Hand im Spiel gewesen sei, fanden bei Schiedsrichter Florian Höhl kein Gehör. Da Max-Peter Mohr mit einem Freistoß kurz darauf ebenfalls nicht die Lücke zum SV-Tor fand (45.), ging man mit dem 0:0 in die Pause.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts hatten die Hausherren einen Auftakt nach Maß. Als Ürkan Özen der Ball nach einem Pass von Erkan Hasan über den Fuß sprang, schaltete Max-Peter Mohr gedankenschnell und steckte das Leder zu Maykel Samun in die Gasse. Der Torjäger behielt frei vor dem SV-Tor die Nerven und schob den Ball an Gästekeeper Andreas Ries vorbei zum 1:0 ins Netz (47.). Der Zeiger der Stadionuhr hatte sich noch nicht komplett gedreht, da zappelte das Leder erneut im Gästekasten. Torwart Ries konnte einen Freistoß von Ürkan Özen nur abklatschen, so dass Markus Gaubatz aus elf Metern zum 2:0 einschießen konnte (48.). »Das war der Knackpunkt im Spiel. Mit dem Doppelschlag haben wir den Gästen den Zahn gezogen. Meine Elf hat trotz der Hitze eine große Laufbereitschaft gezeigt und sich für ihren Aufwand belohnt«, erklärte Hagner. 

Seine Elf strotzte mit der 2:0-Führung im Rücken vor Selbstvertrauen. Maykel Samun scheiterte mit einem frechen Schuss aufs kurze Eck an Torwart Ries (55.). Nach einem Zuspiel von Nebil Celik ließ sich Robin Schaffarz von dem aus seinem Tor herausstürzenden Gästekeeper nicht beirren und brachte das Leder zum 3:0 im Tor unter (58.). Von den Gästen war nun überhaupt nichts mehr zu sehen. Die Landeshauptstädter mussten angesichts der Gießener Spielfreude froh sein, dass man nicht deutlicher unter die Räder kam. So traf Maykel Samun nur den Pfosten (65.), während Ürkan Özen nach einem Solo Torwart Ries zu einer Glanzparade zwang (68.). Nach einem Foul an Stefan Agirman sah Gästespieler Philip Reinhardt vier Minuten vor Ende die Gelb-Rote Karte (86.). Das Sahnehäubchen für eine vor allem nach der Pause wie aus einem Guss spielende Heimelf setzte Neuzugang Stefan Agirman, der in der Nachspielzeit einen Freistoß zum 4:0-Endstand ins Wiesbadener Gehäuse zirkelte.

VfB 1900 Gießen: Mainusch; Hasan, Chabou, Gaubatz, Wilk (ab 82. Erben), Ott, Celik, Max-Peter Mohr (ab 78. Atanasoski), Özen (ab 78 Agirman), Samun, Schaffarz.

SV Wiesbaden: Ries; Ouffata, Lubojanski, Reichardt, Kurz, Pierre Maßfeller, Küster (ab 78. Adou), Kroj, Kürzer, Haybert Baghramian (ab 56. Daniel Maßfeller), Rebic (ab 66. Zuka.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Höhl (Gedern). – Zuschauer: 230. – Torfolge: 1:0 (47.) Samun, 2:0 (48.) Gaubatz, 3:0 (58.) Schaffarz, 4:0 (90.+3) Agirman. – Gelbe Karten: Ott, Chabou – Reichardt. – Gelb-Rote Karte: Reichardt (86.) wegen wiederholten Foulspiels.
 
 
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