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Attraktives Derby: Freche Watzenborner ringen VfB Gießen Zähler ab

Montag, 24. Oktober 2011 |
Quelle: Gießener Anzeiger

Die Antwort kam, in kürzester Form, wie aus der Pistole geschossen. „Ja“, meinte Gino Parson, Spielertrainer des SC Teutonia Watzenborn-Steinberg, auf die Frage, ob man ihm zum Unentschieden im Derby beim VfB 1900 Gießen gratulieren dürfe. „Wir haben leidenschaftlich gekämpft und uns das erarbeitet. Ich bin zufrieden mit dem Punkt, denn der VfB war heute bärenstark“, ergänzte der 32-Jährige. Sein Gegenüber Matthias Hagner dagegen haderte nach dem torlosen Remis mit der Abschlussschwäche und beklagte zwei verloren gegangene Zähler: „Wir hatten ein klares Chancenplus, aber wenn man zu viele davon auslässt, kann so ein Spiel auch mal 0:0 ausgehen. Ein Sieg für uns wäre verdient gewesen.“


Als fairer Sportsmann erkannte der ehemalige Bundesligaprofi aber auch die Leistung der Pohlheimer an: „Watzenborn hat nicht ansatzweise defensiv gespielt und hat sich als Aufsteiger sehr frech präsentiert.“ Wenn bei einer Partie, in der die drittbeste auf die beste Offensive trifft, am Ende eine Nullnummer steht, so ist das auf den ersten Blick ernüchternd. Wer diese 90 Minuten verfolgt hatte, konnte jedoch nur schwerlich dieses Urteil fällen. Zweifellos fehlte ohne Tore das oft zitierte Salz in der Suppe. Weitaus wichtiger aber war, dass beide Seiten vor 520 Zuschauer im Waldstadtion auf abwartendes Taktieren verzichteten und stattdessen den Weg nach vorne suchten.

VfB 1900 Gießen - Teut. Watzenborn-Steinberg 0:0

Mit deutlich mehr Erfolg, wenn auch eben nur in der B-Note und nicht zählbar, für den VfB 1900. Gleich mehrfach im ersten Durchgang sah sich SC-Keeper Dominik Wagner, der insgesamt eine starke Vorstellung ablieferte und damit zum Garant für den Punktgewinn für seine Farben avancierte, 1:1-Situationen ausgesetzt, die er mit ein wenig Glück und viel Geschick unbeschadet überstand. So scheiterte Robin Schaffarz im Anschluss an einen Pass von Andreas Baufeldt ebenso an Wagner (8.) wie in der 23. Minute aus spitzem Winkel. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff brachte Schaffarz das Kunststück fertig, den Ball nach einem schönen Spielzug über Ürkan Özen und Maykel Samun über das verwaiste Gehäuse zu befördern. Zur zweiten Halbzeit wechselte Coach Hagner den unglücklich agierenden Angreifer aus. Auch Andreas Baufeldt fand seinen Meister im Torhüter in der 41. Minute, nachdem er zuvor das Ziel aus aussichtsreicher Position verfehlt hatte (15.). Wenngleich sie sich nicht derartige Hochkaräter erarbeitete, war die Parson-Truppe ihrerseits für die eine oder andere Duftmarke in der Vorwärtsbewegegung gut. Zwingend wirkte vor allem der Kopfstoß von Marc Bock in der 30. Minute.

Der zweite Abschnitt verlief ähnlich. Bis in die Haarspitzen engagierte Watzenborner stemmten sich gegen das 0:1, das weder Max Mohr per Kopf (49.) noch dem inzwischen in die Sturmspitze beorderten Baufeldt gelingen sollte. Der 27-Jährige traf in der 64. Minute den Außenpfosten, eine Zeigerumdrehung darauf retteten bei seiner doppelten Gelegenheit Tormann Wagner und Innenverteidiger David Runkel. Den Überraschungscoup für den Liganeuling hatte der eingewechselte Andrew Iyasere auf dem Fuß, der am langen Pfosten vorbei zielte. Zudem klärte Martin Wilk vor dem einschussbereiten Moritz Schmandt (74.), der in der Schlussphase offensiver agierte. Die gehörte dann aber wieder den Hagner-Mannen. Mohrs Schuss parierte Tausendsassa Wagner (88.), ehe dessen Reflex gegen den Kopfball von Markus Gaubatz (89.) den 0:0-Endstand endgültig in Zement goss. Und die Trainer mehr (Parson) oder weniger (Hagner) zufrieden zurück ließ. Nicht zufrieden mit dem ansonsten unauffällig agierenden Schiedsrichter Schmidt war hingegen VfB-Akteur Özen, der nach einem Allerweltsfoul in Minute 86 die Gelb-rote Karte erhielt, auf die er mit Gelb wegen Meckerns hingearbeitet hatte.

VfB 1900 Gießen: Säglitz; Wilk, Gaubatz, Chabou, Agirman, Özen, Baufeldt (83. Erben), Hasan, Mohr, Schaffarz (46. Ranke), Samun.

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg: D. Wagner; Schmidt (46. Koch), Priebe, Runkel, Bock, Dechert, Zimmer, N. Wagner (52. Bathomene), Parson, Semmler (65. Iyasere).

Tore: Fehlanzeige. - Schiedsrichter: Schmidt (Limburg). - Gelb-rote Karte: Özen (86./Gießen). - Zuschauer: 520.
 
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