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Unentschieden der glücklichen Art
Montag, 07. November 2011 |
Quelle: Gießener Anzeiger
Kelsterbach zeigt 45 Minuten gegen lethargische 1900er top Leistung - Slapstick-Tor nach Schaffarz-Flanke bringt Remis
GIESSEN. Verdient ist ein Wort, das im Sport fast immer unangemessen ist. Ein Sieg ist deshalb verdient, weil man mehr Tore erzielt hat - und wenn der Gegner besser war, was soll‘s. Am Ende zählt nur das, was sich in der Tabelle niederschlägt. Beim gestrigen Verbandsliga-Spitzenspiel zwischen dem VfB 1900 Gießen und Viktoria Kelsterbach durfte nach dem 2:2 (1:2) auch wieder diskutiert werden, ob die Gastgeber diesen Punkt verdient hatten. Hatten sie nicht nach 45 Minuten, hatten sie ein bisschen nach 90 Minuten, aber glücklich war er schon, der Punkt für die Elf von Matthias Hagner.
Das sah der Ex-Profi ähnlich: „Mit dem Ergebnis kann ich gut leben, mit dem Spiel nicht, keiner meiner Spieler hat heute Normalform erreicht. Dass wir nach dem 0:2 aber noch ein Unentschieden geholt haben, spricht für die Moral.“ Da mochte Hagner kein Tribünengast widersprechen.
VfB 1900 Gießen - Viktoria Kelsterbach 2:2
Viktoria Kelsterbach präsentierte sich als die bis dato spielstärkste Mannschaft, die im Waldstadion aufkreuzte. Und das Team von Trainer Ralf Horst zeigte auch von Beginn an, warum es auswärts noch kein Spiel verloren hat. Bissig bis an die Grenze des Erlaubten in den Zweikämpfen, ballsicher kombinierend und blitzschnelle Konter fahrend im Vorwärtsgang, Kelsterbach war den 1900ern im ersten Durchgang in allen Belangen überlegen. Während das Team um Spielführer Pierre Chabou behäbig und umständlich agierte, waren die Frankfurter hellwach und in nahezu jeder Situation den entscheidenden Tick schneller. Dabei zeichneten sich insbesondere Dominic Machado, Manuel May und Jonas Scheitza aus, die trick- und ideenreich immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Florian Säglitz sorgten.
Die dominante Spielweise schlug sich rasch auch im Chancenverhältnis nieder: So scheiterte in der dritten Minute Giovanni D‘onofrio am gut mitspielenden Säglitz, nach 13 Minuten steckte May den Ball klug durch, doch Markus Gaubatz vermochte im letztem Moment, Marcus Joswig noch entscheidend zu stören. Und als nur 180 Sekunden später Atay Koustar den Ball am langen Eck des VfB-Kastens vorbei schoss, war klar: Bald knallt‘s. Und wie: In der 20. Minute hebelte ein weiter Pass von Joswig die gesamte VfB-Defensive aus - und dann belohnte Kelsterbachs Torjäger Jonas Scheitza die Zahlgäste für ihr Kommen. Viktorias Nummer neun nahm den Ball mit dem Rücken zum Tor mit der Brust an, drehte sich, hob dabei das Spielgerät mit der Hacke über sich selbst und knallte es dann volley zur Führung am chancenlosen Säglitz vorbei ins Netz. Ein klasse Tor.
Dass das 1:0 verdient war, bestätigte auch die Tatsache, dass es bis zur 28. Minute dauerte, ehe Erkan Hasan mit einem feinen Distanzschuss erstmals den Gäste-Kasten leidlich in Gefahr brachte. Der Dominanz der Kelsterbacher tat dieser Annäherungsversuch keinen Abbruch, im Gegenteil: 34 Minuten waren gespielt, da war es wieder ein langer Ball, diesmal von Machado, der die VfB-Deckung inklusive Torhüter Säglitz alt aussehen ließ. Dass mit D‘onofrio der kleinste Spieler im Pulk den Ball per Kopf zum 2:0 in die Maschen verlängerte, war bezeichnend für die lethargische Vorstellung der Platzherren - die dann aber wie aus dem Nichts zurückkamen. Maykel Samuns Pass in die Tiefe verwertete Andreas Baufeldt (45.) mit einem Schuss ins kurze Eck - durchaus haltbar für Dominique Gross im Viktoria-Gehäuse. So aber hieß es mit dem Pausenpfiff des im zweiten Durchgang jegliche Linie verlierenden Schiedsrichters Pascal Loschke (Kassel) doch nur 1:2, der VfB blieb im Rennen.
Und die Hagner-Elf gestaltete die nun wesentlich zerfahrenere Partie etwas ausgeglichener, auch wenn die Gäste gefährlicher blieben. Die Viktoria kämpfte verbissen, der VfB suchte seine Linie - und auch wenn er die nicht fand, so hielt er doch intensiver dagegen. Zwar hätten Scheitza (59.), dessen Schlenzer Max Ott per Kopf vor der Linie klärte, und Machado (66.), der Martin Wilk austanzte, aber in Säglitz seinen reaktionschnellen Meister fand, erhöhen können, doch am Ende hieß es 2:2. Der eingewechselte Robin Schaffarz flankte, der Ball landete irgendwie am langen Pfosten, wo Torhüter Gross bei seinem Slapstick reifen Klärungsversuch samt Spielgerät im Netz landete. Keine Chance, aber ein Tor. Und war‘s verdient? Interessiert doch schon heute keinen mehr.
VfB 1900 Gießen: Säglitz; Wilk, Chabou, Gaubatz, Ott, Ranke, Hasan, Özen (73. Schaffarz), Mohr, Samun, Baufeldt.
Viktoria Kelsterbach: Gross; Gürtler, Döringer, Tschakert, Machado (80. Veith), May, Koustar (90. Kahlid Naimi), Joswig, Völker, D‘onofrio (87. Naimi Said), Scheitza.
Tore: 0:1 Scheitza (20.), 0:2 D‘onofrio (34.), 1:2 Baufeldt (45.) , 2:2 Eigentor (77.). - Schiedsrichter: Loschke (Kassel). - Zuschauer: 235. - Gelbe Karten: Ott, Mohr, Baufeldt, Wilk/Gürtler, Döringer, May, Scheitza, Joswig.- Gelb-Rot: Scheitza (77.) / Baufeldt (90.)
Kelsterbach zeigt 45 Minuten gegen lethargische 1900er top Leistung - Slapstick-Tor nach Schaffarz-Flanke bringt Remis
GIESSEN. Verdient ist ein Wort, das im Sport fast immer unangemessen ist. Ein Sieg ist deshalb verdient, weil man mehr Tore erzielt hat - und wenn der Gegner besser war, was soll‘s. Am Ende zählt nur das, was sich in der Tabelle niederschlägt. Beim gestrigen Verbandsliga-Spitzenspiel zwischen dem VfB 1900 Gießen und Viktoria Kelsterbach durfte nach dem 2:2 (1:2) auch wieder diskutiert werden, ob die Gastgeber diesen Punkt verdient hatten. Hatten sie nicht nach 45 Minuten, hatten sie ein bisschen nach 90 Minuten, aber glücklich war er schon, der Punkt für die Elf von Matthias Hagner.
Das sah der Ex-Profi ähnlich: „Mit dem Ergebnis kann ich gut leben, mit dem Spiel nicht, keiner meiner Spieler hat heute Normalform erreicht. Dass wir nach dem 0:2 aber noch ein Unentschieden geholt haben, spricht für die Moral.“ Da mochte Hagner kein Tribünengast widersprechen.
VfB 1900 Gießen - Viktoria Kelsterbach 2:2
Viktoria Kelsterbach präsentierte sich als die bis dato spielstärkste Mannschaft, die im Waldstadion aufkreuzte. Und das Team von Trainer Ralf Horst zeigte auch von Beginn an, warum es auswärts noch kein Spiel verloren hat. Bissig bis an die Grenze des Erlaubten in den Zweikämpfen, ballsicher kombinierend und blitzschnelle Konter fahrend im Vorwärtsgang, Kelsterbach war den 1900ern im ersten Durchgang in allen Belangen überlegen. Während das Team um Spielführer Pierre Chabou behäbig und umständlich agierte, waren die Frankfurter hellwach und in nahezu jeder Situation den entscheidenden Tick schneller. Dabei zeichneten sich insbesondere Dominic Machado, Manuel May und Jonas Scheitza aus, die trick- und ideenreich immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Florian Säglitz sorgten.
Die dominante Spielweise schlug sich rasch auch im Chancenverhältnis nieder: So scheiterte in der dritten Minute Giovanni D‘onofrio am gut mitspielenden Säglitz, nach 13 Minuten steckte May den Ball klug durch, doch Markus Gaubatz vermochte im letztem Moment, Marcus Joswig noch entscheidend zu stören. Und als nur 180 Sekunden später Atay Koustar den Ball am langen Eck des VfB-Kastens vorbei schoss, war klar: Bald knallt‘s. Und wie: In der 20. Minute hebelte ein weiter Pass von Joswig die gesamte VfB-Defensive aus - und dann belohnte Kelsterbachs Torjäger Jonas Scheitza die Zahlgäste für ihr Kommen. Viktorias Nummer neun nahm den Ball mit dem Rücken zum Tor mit der Brust an, drehte sich, hob dabei das Spielgerät mit der Hacke über sich selbst und knallte es dann volley zur Führung am chancenlosen Säglitz vorbei ins Netz. Ein klasse Tor.
Dass das 1:0 verdient war, bestätigte auch die Tatsache, dass es bis zur 28. Minute dauerte, ehe Erkan Hasan mit einem feinen Distanzschuss erstmals den Gäste-Kasten leidlich in Gefahr brachte. Der Dominanz der Kelsterbacher tat dieser Annäherungsversuch keinen Abbruch, im Gegenteil: 34 Minuten waren gespielt, da war es wieder ein langer Ball, diesmal von Machado, der die VfB-Deckung inklusive Torhüter Säglitz alt aussehen ließ. Dass mit D‘onofrio der kleinste Spieler im Pulk den Ball per Kopf zum 2:0 in die Maschen verlängerte, war bezeichnend für die lethargische Vorstellung der Platzherren - die dann aber wie aus dem Nichts zurückkamen. Maykel Samuns Pass in die Tiefe verwertete Andreas Baufeldt (45.) mit einem Schuss ins kurze Eck - durchaus haltbar für Dominique Gross im Viktoria-Gehäuse. So aber hieß es mit dem Pausenpfiff des im zweiten Durchgang jegliche Linie verlierenden Schiedsrichters Pascal Loschke (Kassel) doch nur 1:2, der VfB blieb im Rennen.
Und die Hagner-Elf gestaltete die nun wesentlich zerfahrenere Partie etwas ausgeglichener, auch wenn die Gäste gefährlicher blieben. Die Viktoria kämpfte verbissen, der VfB suchte seine Linie - und auch wenn er die nicht fand, so hielt er doch intensiver dagegen. Zwar hätten Scheitza (59.), dessen Schlenzer Max Ott per Kopf vor der Linie klärte, und Machado (66.), der Martin Wilk austanzte, aber in Säglitz seinen reaktionschnellen Meister fand, erhöhen können, doch am Ende hieß es 2:2. Der eingewechselte Robin Schaffarz flankte, der Ball landete irgendwie am langen Pfosten, wo Torhüter Gross bei seinem Slapstick reifen Klärungsversuch samt Spielgerät im Netz landete. Keine Chance, aber ein Tor. Und war‘s verdient? Interessiert doch schon heute keinen mehr.
VfB 1900 Gießen: Säglitz; Wilk, Chabou, Gaubatz, Ott, Ranke, Hasan, Özen (73. Schaffarz), Mohr, Samun, Baufeldt.
Viktoria Kelsterbach: Gross; Gürtler, Döringer, Tschakert, Machado (80. Veith), May, Koustar (90. Kahlid Naimi), Joswig, Völker, D‘onofrio (87. Naimi Said), Scheitza.
Tore: 0:1 Scheitza (20.), 0:2 D‘onofrio (34.), 1:2 Baufeldt (45.) , 2:2 Eigentor (77.). - Schiedsrichter: Loschke (Kassel). - Zuschauer: 235. - Gelbe Karten: Ott, Mohr, Baufeldt, Wilk/Gürtler, Döringer, May, Scheitza, Joswig.- Gelb-Rot: Scheitza (77.) / Baufeldt (90.)