Artikel-Kurzübersicht
VfB 1900 hat leichtes Spiel
Montag, 12. Dezember 2011 |
Quelle: Gießener Allgemeine
(cso) Florian Säglitz trug kurze Hosen. Hätte er geahnt, welch ruhiger Nachmittag auf ihn zukommt, er hätte sich wohl eine Decke mit in den Kasten genommen. Die größten Probleme bereiteten dem Keeper des VfB 1900 Gießen am Samstag beim 7:0 seines Teams in der Verbandsliga Mitte gegen den VfB Marburg die Temperaturen.
Nicht eine echte Torchance erarbeiteten sich die Gäste über die gesamte Spielzeit. Bei fast jedem der sieben Treffer stellte sich die Marburger Verteidigung so schwach an, dass es einem immer wieder aufs Neue wie der Höhepunkt der Demontage vorkommen musste. Dennoch war es das dritte Gießener Tor, mit dem die Hausherren den Abwehrverbund vor Torhüter Sebastian Wack wohl am schlechtesten aussehen ließen: Robin Schaffarz hebelte durch seinen Doppelpass mit Maykel Samun, der den Ball per Absatzkick weiterleitete, die komplette Hintermannschaft der Gäste aus und ließ die verdutzten Marburger wie Slalomstangen erscheinen. Zur Vollendung wählte er die »Picke«.
Spätestens da war die Partie gelaufen, und der Tabellen-17. fügte sich seinem Schicksal. »Das hat doch nichts mit Verbandsliga zu tun, das ist doch B-Klasse«, murmelte schon der eine oder andere Zuschauer auf der spärlich besetzten Sitzplatztribüne im Waldstadion.
Den Torreigen der Mannschaft von Trainer Matthias Hagner eröffnete Andreas Baufeldt. Er wurde schon nach sechs Minuten von Schaffarz mustergültig bedient, erfreute sich im Fünfmeterraum aber auch ungewohnter Freiheiten und drückte den Ball per Kopf über die Linie. Wenig später eroberte der VfB-1900-Stürmer erneut in der gegnerischen Hälfte das Spielgerät. Sein platzierter Linksschuss schlug diesmal unten rechts ein (16.) – Bewachung abermals stiefmütterlich. Mit dem 0:3 nach 42 Minuten noch gut bedient, wähnten sich die Gäste bereits in der Kabine, als der VfB 1900 noch mal zuschlug – und zwar doppelt. Zunächst durfte Samun wieder als Vorbereiter glänzen: In einer Zwei-gegen-zwei-Situation gegen zu weit aufgerückte »Schimmelreiter« überwand er das Deckungsfragment des Abstiegskandidaten nun mit einem klugen Zuspiel auf den hinzugeeilten Markus Gaubatz. Und so durfte sich auch der Gießener Innenverteidiger in die Torschützenliste eintragen (43.). Gleich tat es ihm Teamkollege Kai Ranke mit dem Pausenpfiff: Nachdem er den Ball zugesteckt bekommen hatte, umkurvte Ranke zunächst den herauslaufenden Wack im Marburger Gehäuse und hatte auch anschließend keine Mühe, das Leder an den drei verbliebenen Feldspielern im Strafraum vorbei zu bugsieren.
Zugegeben – die Gastgeber zeigten sich in den ersten 45 Minuten außergewöhnlich effektiv im Umgang mit ihren Torgelegenheiten. Dass Trainer Matthias Hagner am Ende befand, das Ergebnis sei auch in dieser Höhe verdient gewesen, dürfte vor allem an den vielen Abseitsstellungen der Hausherren im zweiten Durchgang gelegen haben. Da hätte es durchaus zweistellig werden können. »Außerdem habe ich keine einzige wirkliche Chance für Marburg gesehen«, staunte Hagner über die Harmlosigkeit des ehemaligen Hessenligisten. Offensiv fand der immer tiefer in den Abstiegssog rutschende VfB Marburg tatsächlich nicht statt. Und wenn sich die nominellen Angreifer des Rang-17. doch mal in den Strafraum der Gießener verirrten, hatten Pierre Chabou und Co. keine Probleme. Ganz anders die Hagner-Truppe: Neben den vielen Abseitssituationen trafen die Schützlinge des ehemaligen Bundesligaprofis immerhin noch zweimal ins Tor. Verantwortlich für die beiden »Buden« zeichnete Maykel Samun, der in Halbzeit eins »nur« als Vorbereiter glänzte: Zunächst staubte er nach einem Lattenknaller von Martin Wilk ab (50.), ehe er nach Flanke des eingewechselten Ürkan Özen per Kopf abschloss (75.).
Nach dieser beeindruckenden Vorstellung braucht es dem VfB 1900 vor dem Topduell am kommenden Samstag gegen den FC Ederbergland wirklich nicht bange zu sein.
VfB 1900 Gießen: Säglitz; Ott (ab 67. Bund),Gaubatz, Chabou, Agirman, Hasan, Ranke (ab 71. Mohr), Wilk, Schaffarz, Samun, Baufeldt (ab 71. Özen).
VfB Marburg: Wack; Schnitzer, Acker, Hull, Ambrosio, Rechner, Xenokalakis (ab 58. Pozzi), Simmons, Tokcan, Özsoy (ab 66. Fröhlich), Eberling.
Im Stenogramm: Schiedsrichter: Dutschmann (Bonbaden). – Zuschauer: 120. – Torfolge: 1:0 (6.) Baufeldt, 2:0 (16.) Baufeldt, 3:0 (23.) Schaffarz, 4:0 (43.) Gaubatz, 5:0 (45.) Ranke, 6:0 (50.) Samun, 7:0 (75.) Samun.
(cso) Florian Säglitz trug kurze Hosen. Hätte er geahnt, welch ruhiger Nachmittag auf ihn zukommt, er hätte sich wohl eine Decke mit in den Kasten genommen. Die größten Probleme bereiteten dem Keeper des VfB 1900 Gießen am Samstag beim 7:0 seines Teams in der Verbandsliga Mitte gegen den VfB Marburg die Temperaturen.
Nicht eine echte Torchance erarbeiteten sich die Gäste über die gesamte Spielzeit. Bei fast jedem der sieben Treffer stellte sich die Marburger Verteidigung so schwach an, dass es einem immer wieder aufs Neue wie der Höhepunkt der Demontage vorkommen musste. Dennoch war es das dritte Gießener Tor, mit dem die Hausherren den Abwehrverbund vor Torhüter Sebastian Wack wohl am schlechtesten aussehen ließen: Robin Schaffarz hebelte durch seinen Doppelpass mit Maykel Samun, der den Ball per Absatzkick weiterleitete, die komplette Hintermannschaft der Gäste aus und ließ die verdutzten Marburger wie Slalomstangen erscheinen. Zur Vollendung wählte er die »Picke«.
Spätestens da war die Partie gelaufen, und der Tabellen-17. fügte sich seinem Schicksal. »Das hat doch nichts mit Verbandsliga zu tun, das ist doch B-Klasse«, murmelte schon der eine oder andere Zuschauer auf der spärlich besetzten Sitzplatztribüne im Waldstadion.
Den Torreigen der Mannschaft von Trainer Matthias Hagner eröffnete Andreas Baufeldt. Er wurde schon nach sechs Minuten von Schaffarz mustergültig bedient, erfreute sich im Fünfmeterraum aber auch ungewohnter Freiheiten und drückte den Ball per Kopf über die Linie. Wenig später eroberte der VfB-1900-Stürmer erneut in der gegnerischen Hälfte das Spielgerät. Sein platzierter Linksschuss schlug diesmal unten rechts ein (16.) – Bewachung abermals stiefmütterlich. Mit dem 0:3 nach 42 Minuten noch gut bedient, wähnten sich die Gäste bereits in der Kabine, als der VfB 1900 noch mal zuschlug – und zwar doppelt. Zunächst durfte Samun wieder als Vorbereiter glänzen: In einer Zwei-gegen-zwei-Situation gegen zu weit aufgerückte »Schimmelreiter« überwand er das Deckungsfragment des Abstiegskandidaten nun mit einem klugen Zuspiel auf den hinzugeeilten Markus Gaubatz. Und so durfte sich auch der Gießener Innenverteidiger in die Torschützenliste eintragen (43.). Gleich tat es ihm Teamkollege Kai Ranke mit dem Pausenpfiff: Nachdem er den Ball zugesteckt bekommen hatte, umkurvte Ranke zunächst den herauslaufenden Wack im Marburger Gehäuse und hatte auch anschließend keine Mühe, das Leder an den drei verbliebenen Feldspielern im Strafraum vorbei zu bugsieren.
Zugegeben – die Gastgeber zeigten sich in den ersten 45 Minuten außergewöhnlich effektiv im Umgang mit ihren Torgelegenheiten. Dass Trainer Matthias Hagner am Ende befand, das Ergebnis sei auch in dieser Höhe verdient gewesen, dürfte vor allem an den vielen Abseitsstellungen der Hausherren im zweiten Durchgang gelegen haben. Da hätte es durchaus zweistellig werden können. »Außerdem habe ich keine einzige wirkliche Chance für Marburg gesehen«, staunte Hagner über die Harmlosigkeit des ehemaligen Hessenligisten. Offensiv fand der immer tiefer in den Abstiegssog rutschende VfB Marburg tatsächlich nicht statt. Und wenn sich die nominellen Angreifer des Rang-17. doch mal in den Strafraum der Gießener verirrten, hatten Pierre Chabou und Co. keine Probleme. Ganz anders die Hagner-Truppe: Neben den vielen Abseitssituationen trafen die Schützlinge des ehemaligen Bundesligaprofis immerhin noch zweimal ins Tor. Verantwortlich für die beiden »Buden« zeichnete Maykel Samun, der in Halbzeit eins »nur« als Vorbereiter glänzte: Zunächst staubte er nach einem Lattenknaller von Martin Wilk ab (50.), ehe er nach Flanke des eingewechselten Ürkan Özen per Kopf abschloss (75.).
Nach dieser beeindruckenden Vorstellung braucht es dem VfB 1900 vor dem Topduell am kommenden Samstag gegen den FC Ederbergland wirklich nicht bange zu sein.
VfB 1900 Gießen: Säglitz; Ott (ab 67. Bund),Gaubatz, Chabou, Agirman, Hasan, Ranke (ab 71. Mohr), Wilk, Schaffarz, Samun, Baufeldt (ab 71. Özen).
VfB Marburg: Wack; Schnitzer, Acker, Hull, Ambrosio, Rechner, Xenokalakis (ab 58. Pozzi), Simmons, Tokcan, Özsoy (ab 66. Fröhlich), Eberling.
Im Stenogramm: Schiedsrichter: Dutschmann (Bonbaden). – Zuschauer: 120. – Torfolge: 1:0 (6.) Baufeldt, 2:0 (16.) Baufeldt, 3:0 (23.) Schaffarz, 4:0 (43.) Gaubatz, 5:0 (45.) Ranke, 6:0 (50.) Samun, 7:0 (75.) Samun.